Du bereitest deine Bewerbungsunterlagen vor und stellst fest, dass du dringend einen aktuellen Lebenslauf brauchst. Diesen in Word zu erstellen, ist weder schwer noch – zumindest in den meisten Fällen – sonderlich zeitaufwändig. UPDATED erklärt, wie du Schritt für Schritt vorgehst und auf was es dabei ankommt.
Das erfahrt ihr gleich
- Vorwissen: Der Lebenslauf sollte ATS-konform sein
- Die richtige Vorbereitung in Word
- Erster Schritt: Grundlegende Formatierung
- Zweiter Schritt: Der richtige Aufbau
- Dritter Schritt: Weniger Design, mehr Lesbarkeit
- Vierter Schritt: Typische Fehler vermeiden
- Fünfter Schritt: Finaler Check und Export
In Personalabteilungen läuft mittlerweile vieles automatisiert ab. Nur noch in wenigen Fällen sitzen dort wirklich noch Menschen, um jede einzelne Bewerbungsmappe händisch durchzublättern. Vielmehr sortieren zunächst sogenannte „Applicant Tracking Systems“ (ATS) die Auswahl vor. Am Ende landen höchstens eine Handvoll Bewerber*innen auf den Tischen der Personalabteilungen, die dann eine finale Auswahl treffen. Deshalb ist es besonders wichtig, dass eine moderne Bewerbung fit für ATS-Systeme ist. Form, Inhalt und Aufbau sollten so sein, dass die Systeme die Bewerbung präferieren. Im Folgenden zeigen wir dir deshalb, wie du das selbst mit Word schaffst.
Starte mit einem frischen Word-Dokument, damit du die volle Kontrolle über Struktur und Inhalte behältst. Die in Word enthaltenen Vorlagen für Lebensläufe sind zwar auf den ersten Blick ansprechend, führen aber häufig dazu, dass Textelemente in aufwendigen Layouts oder verschachtelten Grafiken verschwinden, die von automatisierten Systemen übersehen werden. Indem du auf ein leeres Dokument setzt, stellst du sicher, dass alle Informationen klar lesbar und eindeutig zuordenbar bleiben. Auch Spalten oder dekorative Rahmen solltest du vermeiden, weil sie die automatische Erfassung deiner Angaben erschweren. Der einfache Aufbau in einem leeren Dokument hilft also nicht nur beim Überblick, sondern sorgt auch dafür, dass deine beruflichen Stationen, Qualifikationen und Kontaktdaten von jedem System zuverlässig erkannt werden.
Stelle unter „Layout“ die Seitenränder auf einen Standardwert (z. B. 2 bis 2,5 cm). Als Schriftarten eignen sich Klassiker wie „Arial“, „Calibri“ oder „Times New Roman“. Die Schriftgröße liegt idealerweise bei 10,5 bis 12 Punkt für Fließtext. Verwende durchgehend dieselbe Schriftart.
Ein ATS erkennt Inhalte vor allem anhand klarer Überschriften. Bewährt haben sich folgende Abschnitte in genau dieser Reihenfolge:
- Persönliche Daten: Hier sollten die wichtigsten Daten zu deiner Person stehen, also dein vollständiger Name (wenn zutreffend mit Titel), deine Adresse, deine Telefonnummer sowie deine E‑Mail-Adresse.
- Berufserfahrung: In den meisten Unternehmen achtet ein ATS besonders auf Erfahrungen, die du in anderen Unternehmen gesammelt hast. Gib hier also die Firma, die Jobbezeichnung sowie eine strukturierte, aber genaue Übersicht deiner Aufgaben an.
- Ausbildung: Deine schulische und berufliche Ausbildung sind der Grundstein für dein Schaffen. Du solltest hier also wichtige Daten zu Studium und/oder Ausbildungen angeben. Wann, Wo und Was sind die entscheidenden Punkte.
- Kenntnisse und Fähigkeiten: Kennst du dich mit einem Programm besonders gut aus? Oder hast du ein besonderes Händchen für etwas in deinem Handwerk? Gibt es etwas, was dich als potenzielle Führungskraft auszeichnet? All diese Dinge und noch mehr sollten hier aufgeführt sein.
- Zusatzqualifikationen: Betriebliche Weiterbildungsmaßnahmen oder zusätzliche Abschlüsse können auch im neuen Job von Nutzen sein. Hast du etwas davon zu bieten, dann schreibe es hier klar strukturiert dazu.
Nutze für jede Überschrift die Word-Formatvorlagen „Überschrift 1“ oder „Überschrift 2“. Das hilft nicht nur dem ATS, sondern auch der Übersicht.
Verzichte auf Tabellen, Textfelder, Icons, Logos, Grafiken und Farben. Setze stattdessen auf saubere Absätze. Aufzählungen kannst du mit einfachen Bindestrichen oder Punkten umsetzen. Fettungen sind erlaubt, sollten aber sparsam eingesetzt werden – zum Beispiel für Jobtitel oder Unternehmensnamen. Kursive, unterstrichene Texte sowie Trennstriche für Absätze machen es Bewerbungsmanagement-Systemen schwerer, die Inhalte zu lesen. Auch das kann dazu führen, dass deine Bewerbung aussortiert wird. So schwer es auch sein mag: Lass dich nicht dazu verleiten, die klare Struktur zu verwässern oder gar zu verschnörkeln.
Ein ATS gleicht deinen Lebenslauf automatisiert mit der Stellenanzeige ab und sucht dabei gezielt nach relevanten Schlüsselbegriffen wie Jobtiteln, Fachkenntnissen, Tools oder Methoden. Nimm dir deshalb Zeit, die Anzeige genau zu analysieren, und baue die wichtigsten Begriffe dort ein, wo sie fachlich hingehören – vor allem in der Berufserfahrung, bei den Kenntnissen und in Weiterbildungen. Wichtig ist, dass die Keywords natürlich in den Text eingebettet sind: Reines Aneinanderreihen von Schlagwörtern wirkt unprofessionell und kann sowohl von der Software als auch von Recruiter*innen negativ bewertet werden.
Zu den häufigsten ATS-Killern gehören:
- Mehrspaltige Layouts: Lebensläufe mit zwei oder mehr Spalten sehen zwar modern aus, bereiten ATS‑Systemen aber große Probleme. Inhalte werden oft in der falschen Reihenfolge ausgelesen oder einzelnen Abschnitten nicht korrekt zugeordnet. Dadurch können wichtige Informationen verloren gehen oder unvollständig erfasst werden.
- Kopf- und Fußzeilen mit wichtigen Informationen: Viele Bewerber*innen platzieren Kontaktdaten oder Jobtitel in der Kopf- oder Fußzeile, um Platz zu sparen. ATS‑Software ignoriert diese Bereiche jedoch häufig komplett oder liest sie nicht zuverlässig aus. Wichtige Informationen sollten deshalb immer im normalen Fließtext des Dokuments stehen.
- Sonderzeichen, Emojis oder ungewöhnliche Schriftarten: Symbole, Emojis oder ausgefallene Fonts können von ATS‑Systemen nicht richtig interpretiert werden. Im schlimmsten Fall erscheinen sie als wirre Zeichen oder führen dazu, dass ganze Textpassagen übersprungen werden. Klassische Schriftarten und klare Textformate sind hier die deutlich sicherere Wahl.
- PDF-Scans statt Text-PDFs: Ein eingescanntes PDF ist für ein ATS nichts anderes als ein Bild. Der Text kann nicht erkannt, durchsucht oder ausgewertet werden, selbst wenn er für Menschen gut lesbar aussieht. Wichtig ist deshalb immer ein textbasiertes PDF oder direkt eine Word‑Datei, die maschinenlesbar ist.

Bevor du deinen Lebenslauf verschickst, solltest du ihn vollständig durchlesen und gezielt auf Rechtschreibung, einheitliche Formatierung und logische Reihenfolge der Inhalte prüfen. Achte außerdem darauf, dass alle Überschriften klar benannt sind und keine wichtigen Informationen in Kopf‑, Fußzeilen oder versteckten Bereichen stehen. Beim Export empfiehlt sich entweder das Word‑Format (.docx) oder ein textbasiertes PDF, da beide von ATS‑Systemen zuverlässig ausgelesen werden können. In Microsoft Word findest du die passende Einstellung unter „Speichern unter“ → „Dateityp auswählen“ – wichtig ist, kein gescanntes oder bildbasiertes PDF zu erzeugen.
Tipp: Auch der Dateiname kann für den ersten Eindruck und die interne Zuordnung im Bewerbungsprozess entscheidend sein. Verwende einen klaren, sachlichen Namen wie Lebenslauf_Vorname_Nachname.docx oder CV_Vorname_Nachname.pdf und verzichte auf Sonderzeichen, Emojis oder kreative Zusätze. Beim Upload in Bewerbungsportalen solltest du darauf achten, dass die Datei vollständig hochgeladen wurde und korrekt angezeigt wird – insbesondere bei Vorschaufunktionen. Wenn mehrere Dateiformate erlaubt sind, empfiehlt sich im Zweifel die .docx‑Version, da sie von ATS‑Systemen besonders zuverlässig verarbeitet wird.
Ein Lebenslauf, der mit Word erstellt wird und auf klare Strukturen sowie präzise Formatierung setzt, macht den Unterschied – gerade im digitalen Bewerbungsprozess, in dem die erste Hürde oft automatisierte Systeme sind. Wer auf aufwendiges Design verzichtet, erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass die eigene Bewerbung überhaupt in die engere Auswahl kommt. Entscheidend ist, relevante Informationen übersichtlich und verständlich zu präsentieren und typische Stolperfallen zu vermeiden. So gelingt es, den eigenen Werdegang nicht nur optisch ansprechend, sondern auch maschinenlesbar darzustellen, was wertvolle Pluspunkte bei der ersten Auswahl bringt. Wer das beachtet, schafft beste Voraussetzungen für einen erfolgreichen Start ins Bewerbungsverfahren.
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