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Moor

Bildquelle: Michael Succow Stiftung

Lebensräume erhalten, Artenvielfalt fördern

Bäume und Wälder absorbieren CO2 – soweit nichts Neues. Doch auch Moore sind wahre Klimaschützer. Obwohl sie derzeit nur rund drei Prozent der Erdoberfläche bedecken, speichern Moore etwa 30 Prozent des erdgebundenen Kohlenstoffs. Damit absorbieren sie weltweit doppelt so viel CO2 wie alle Wälder zusammengenommen.

Wie Moore das Klima positiv beeinflussen können

Wenn ein Moor austrocknet oder von den Menschen für die landwirtschaftliche Nutzung trockengelegt wird, dann gibt es den gebundenen Kohlenstoff wieder ab und verursacht dadurch hohe CO2-Emissionen. Im Laufe der Jahrhunderte wurden in Deutschland etwa 92 Prozent der Moore entwässert. Aktuell sind noch bis zu 2.400 Millionen Tonnen CO2 durch lebendige Moore gebunden. Das entspricht etwa dem jährlichen CO2-Ausstoß von 500 Millionen PKW. Deswegen ist es so wichtig, diese intakten Moore zu erhalten und trockene Moore „wiederzuvernässen“. Dieses Ziel verfolgen wir zusammen mit der Initiative toMOORow, initiiert von der Umweltstiftung Michael Otto, der Succow Stiftung und dem Greifwalder Moorzentrum. Durch die Wiedervernässung fördern wir neue, naturnahe Moor-Lebensräume und hierdurch ihre positive Klimawirkung – das zahlt direkt auf die Ziele des Pariser Klimaschutzabkommens ein.  

Jährlicher Ausstoß von Treibhausgasen, in Tonnen CO₂-Äquivalenten pro Hektar. Je intensiver die Nutzung, desto größer der Klimaschaden. Urhebernachweis: Mooratlas, Eimermacher/stockmarpluswalter, CC BY 4.0

Wichtiger Lebensraum für bedrohte Arten

Neben ihrer Klimawirksamkeit sind nasse Moore auch von großer Bedeutung für die biologische Vielfalt: Sie bieten einzigartige Lebensräume für Tiere und Pflanzen, die sich an die nassen und speziellen Bedingungen angepasst haben. Oft sind sie die letzten naturnahen Refugien für seltene und bedrohte Arten. Wie schnell ein Moor nach Wiedervernässung wiederangesiedelt werden kann, hängt unter anderem vom Moortyp, von der Größe der wiedervernässten Fläche sowie von den ansässigen Spezies und Artengruppen ab. Ein Beispiel: In einem zehn Hektar großen Rohrkolbenfeld konnten Forscher vier Jahre nach Wiedervenässung fast 40 Prozent der Libellenfauna des Bundeslandes auf den Paludikulturflächen nachweisen.

Bildquelle: Michael Succow Stiftung